Hopfen-Handwerk: Bielefelder Braustube & Schankstube

Keine Industrieplörre, sondern 100 Prozent Handarbeit: Das versprechen René Kallus und David Karpa. Die beiden Inhaber der Bielefelder Braustube haben sich mit ihren kreativen Biersorten einen Namen gemacht und beliefern ausgewählte Restaurants und Bars der Region. In der Bielefelder Schankstube stehen die beiden seit Mitte 2017 auch selbst am Zapfhahn.

 

Pils und Korn sind bekannte westfälische Spezialitäten. Dennoch habt ihr euch 2015 entschlossen, euer eigenes Bier zu brauen. Schmecken euch die regionalen Sorten nicht?

Nö! Und wir wussten, dass es nicht schwer sein kann, besseres Bier zu brauen (lacht).

Deutschland hat strenge Hygienevorschriften. Bier kann also nicht einfach in der Badewanne gebraut werden. Wo habt ihr euer erstes eigenes Bier hergestellt?

Unser allererstes Bier haben wir im Hochsommer auf Renés Terrasse gebraut. Wir haben natürlich ordentlich getestet, probiert und abgeschmeckt: So ist es dann ziemlich ausgeartet. Das erste Bier für den Handel haben wir auf geliehenen Kochfeldern in einer Großküche eingebraut.

Wie habt ihr euch das nötige Wissen angeeignet?

Viel getrunken, viel probiert und oft gescheitert: Aber zum Ende konnten wir schnell das Bier brauen, das wir uns vorgestellt haben. Lernen durch machen – auf unnötige Anglizismen möchte ich an dieser Stelle gerne verzichten (lacht).

Welche Biersorten bietet ihr genau an und was unterscheidet die einzelnen Biersorten voneinander?

Aktuell haben wir vier bis fünf Biersorten im Portfolio. Sehr beliebt sind das BiPa und das Sparrenburger aus der Flasche. Aus dem Zapfhahn ist Renés erstes Stout, ein obergäriges Bier, der Renner. Wir experimentieren aber nach wie vor sehr gerne und so entstehen dutzende Biere, die wir vielleicht nur für kurze Zeit anbieten. Wir legen großen Wert darauf, dass sich alle Sorten grundlegend voneinander unterscheiden – von der Malzmischung, über den Hopfen, bis zur Hefe. So gleicht kein Bier dem anderen.

Bier brauen ist sehr zeitaufwendig und die Zutaten sind sicherlich auch nicht günstig. Wie bekommt ihr alles unter einen Hut?

Wir haben ein gutes Zeitmanagement und verfügen über ein gewisses kaufmännisches Handwerkszeug. Excel ist für uns kein Fremdwort (lacht).

Bier
René und David entwickeln immer neue Biersorten – manche werden Verkaufsschlager, andere bleiben Geheimtipps.

Ihr seid gut befreundet. Habt ihr eigentlich den gleichen Biergeschmack?

Unser Geschmack ist schon sehr ähnlich. Wir beide schätzen das handwerkliche Können mehr als die Art des Bieres.

So eine intensive Zusammenarbeit ist sicherlich auch für eine Freundschaft ab und an belastend. Gab es auch Zeiten, in denen ihr am liebsten alles hingeschmissen hättet?

Wenn wir nicht so gute Freunde wären, würde es die Braustube nicht mehr geben. Empathie und Verständnis können sehr förderlich sein.

Seit dem 01. Juli 2017 steht ihr auch hinter der Bielefelder Schankstube am Tresen. Was erwartet eure Gäste dort?

Vom Bier-Nerd bis zum Neuling – jeder weiß unser Angebot zu schätzen und jeder ist willkommen. Euch erwarten gute Gespräche, geile Biere von Freunden gebraut, nette Leute und natürlich wir zwei.

In der Schankstube gibt es neben Bier auch regionale Spezialitäten wie Steckrübeneintopf, die viele mit liebevollen Erinnerungen an ihre Großeltern verbinden. Ist traditioneller Genuss bei jüngeren Menschen wieder angesagter als früher?

Klares Ja! Immer mehr Leute wissen ehrliches, authentisches und regionales Handwerk zu schätzen und sind froh, dem Sumpf der Massenprodukte zu entkommen.

Wie beurteilt ihr denn generell die Entwicklung der Bielefelder Gastronomie?

Sagen wir mal so: Vor dem 01.07.2017 war die Bielefelder Gastronomie schon sehr vielfältig und individuell im Vergleich zu anderen Großstädten. Aber seit der Eröffnung der Bielefelder Schankstube ist sie definitiv um eine Attraktion reicher.

Schankstube
David steht in der Bielefelder Schankstube auch ausnahmsweise gerne hinter dem Thresen.

Euer Portfolio ist seit der Gründung der Braustube sehr gewachsen. Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Wir möchten einfach immer weiter geiles Bier brauen und uns selbst übertreffen. Ach ja – und dann dürft ihr euch noch auf Projekt Nummer 2 freuen! Aber dazu geben wir erst einmal keinen Kommentar ab.

Was ist eurer Ansicht nach eine unterschätzte Qualität von Bielefeld?

Entgegen der Vorurteile – hier leben offene, neugierige und herzliche Menschen, die Bielefeld extrem l(i)ebenswert machen.

Wenn ihr für einen Tag Bürgermeister in Bielefeld sein könntet – was würdet ihr ändern?
Also mal ehrlich, eigentlich ist doch alles gut, wie es ist.

 

Du hast Durst bekommen und möchtest der Bielefelder Schankstube einen Besuch abstatten? Hier bekommst du einen Vorgeschmack.

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